Erweiterung des Nahwärmegebiets „Barlager Brücke“ statt neuem Wärmegebiet im Zentrum?

4. Juni 2026

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie, Klimaschutz und digitale Entwicklung wurde eine Vorlage der Verwaltung vorgestellt, die eine Erweiterung des Nahwärmegebiets „Barlager Brücke“ mit einer neuen Heizzentrale auf dem Gelände des Abwasserpumpwerks (ehemalige Kläranlage) vorsieht. Man will damit den Schwerpunkt für das weitere Vorgehen zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung vom Zentrum auf das Gebiet „Barlager Brücke“ und angrenzenden Baugebiete verlagern.

Hintergrund dieser Idee sind Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gemeindewerken und der Firma, auf deren Grundstück das aktuell in Betrieb befindliche Blockheizkraftwerk steht. Eine Fortführung der Zusammenarbeit über die vertraglich vereinbarte Zeit (bis 2029) erscheint unwahrscheinlich. Daher wird eine Ersatzlösung gesucht. Weiter soll auch geprüft werden, ob das Nahwärmegebiet um benachbarte Gebiete wie den Stephansring oder das Musikerviertel erweitert werden kann. Das Musikerviertel ist mit seinen zahlreichen Mehrfamilienhäusern der Baualtersklasse 60 sehr gut für ein Wärmenetz geeignet. Die umliegenden Baugebieten mit überwiegend Einfamilienhäusern sind allerdings eher nicht geignet.

Die CDU war schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das Baugebiet „Barlager Brücke“ der Meinung, dass dieses Wohngebiet ungeeignet ist für den wirtschaftlichen Betrieb eines Nahwärmegebiets. Der Wärmebedarf liegt bei Ein- und Zweifamilienhäuser nach dem 2014 noch förderfähigem KFW-70 Standard bei nur 50 bis 55KWh pro m² und Jahr. Bei diesem geringen Bedarf war auch 2014 bereits die Wärmepumpe die wirtschaftlichste Lösung. Das Wärmenetz ist für die Hauseigentümer unwirtschaftlich, denn es fallen hohe Anschlusskosten an. Auch für den Wärmenetzbetreiber ist ein solches Wärmegebiet unwirtschaftlich, denn die verkaufte Wärmemenge ist gering, der Aufwand für den Bau und Betrieb des Netzes aber recht hoch. Für die Gemeindewerke hat sich dieses Wärmegebiet nur deshalb noch gerechnet, weil die Firma Lorenz knapp die dreifache Menge an Wärme für den eigenen Betrieb abnimmt. Fällt diese Abnahme weg, wird das Wärmenetz hoch defizitär, sofern man nicht die Preise für die verbleibenden Abnehmer deutlich anhebt.

Die Haltung der CDU Wallenhorst ist ganz klar. Wir sind gegen den Weiterbetrieb des Wärmenetzes „Barlager Brücke“ in der jetzigen Form und werden daher beantragen, den Bebauungsplan „Barlager Brücke“ zu ändern und den Anschlusszwang an das Wärmenetz zu streichen. Wir sind weiterhin für die Fortführung der kommunalen Wärmeplanung im Zentrum von Wallenhorst. Dort findet man Mehrfamilienhausbestände mit hohem Wärmebedarf und Heizungen mit Gas oder Öl.

In der vergangenen Ausschusssitzung wurde eine Entscheidung verschoben, da der durch den Vortrag des beteiligten Planungsbüros neue Details aufgeführt wurden.

In den Raum geworfen wurde auch die Möglichkeit, dass für beide Gebiete eine Planung durchgeführt wird. Da es sich einmal um neues Wärmegebiet und einmal um ein zu transformierendes Wärmegebiet handeln würde, wäre eine es denkbar, für beide Vorgaben Fördergelder zu erhalten. Für die CDU ist aber klar, dass ein Nahwärmegebiet nur dann erfolgreich betrieben werden kann, wenn es für die Wärmeabnehmer eine Wahl gibt. Einen Anschlusszwang lehnen wir generell ab!

Für die CDU-Ratsfraktion: Holger Pellmann

Fragen oder Anregungen? Ich bin Ihr Ansprechpartner beim Thema Energie, Klimaschutz oder Digitales (holger.pellmann@cdu-wallenhorst.de)

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