Photovoltaik auf dem Rathaus – ein sehr dickes Brett

28. Januar 2026

Seit Mitte November steht ein Gerüst am Rathaus. Die PV-Module sind inzwischen auch schon auf den beiden Dächern montiert. Es ist also davon auszugehen, dass der Anschluss und die Inbetriebnahme in naher Zukunft erfolgen kann. Die CDU begrüßt dieses weithin sichtbare Zeichen, dass erneuerbare Energien in Wallenhorst mehr als ein Lippenbekenntnis sind.

Aber blicken wir einmal zurück. Der Weg zur PV-Anlage auf dem Rathausdacht war sehr steinig. Die ersten Vorstöße für eine PV-Anlage auf dem Rathausdach liegen mehr als 15 Jahre zurück. Es gab vergeblich Anträge im Rat. Die damals noch als Mieter im Rathaus beheimatete Firma Naturstrom Anlagenbau bot der Verwaltung eine Projektierung an. Später bemühte sich auch die Wallenhorster Energiegenossenschaft vergeblich um die Dachfläche. Es war die Zeit, wo die Gemeindewerke russisches Erdgas den heimischen Hackschnitzeln für ein Blockheizkraftwerk (Fernwärme Pastor-Lichtenbäumer-Str.) an der Hansastraße vorzogen.

Erfolgreicher war erst ein CDU-Antrag zur Potentialermittlung aller Gebäude der Gemeinde für Photovoltaiknutzung. Obwohl schon im Dezember 2021 gestellt, kam der Antrag im März 22 nicht auf die Tagesordnung der Ratssitzung. Unter dem Eindruck, dass auch dieser Versuch wieder im Sande verlaufen könnte, hat die CDU-Fraktion daraufhin Ende März über diesen Antrag eine Pressemitteilung veröffentlicht. Auch das Bürger Echo berichtete. Die drohende Energiekrise aufgrund des Überfalls Russlands auf die Ukraine und der öffentliche Druck haben dann offenbar dazu geführt, dass bisherige Bedenkenträger ihre Meinung änderten. Ende April 2022 benannte die Verwaltung drei Sporthallen und das Rathaus als geeignete Dächer für PV-Anlagen. Da diese Anlagen von den Gemeindewerken betrieben werden sollten, war dazu kein Ratsbeschluss erforderlich. Nun, fast 4 Jahre später, sind wir wohl auf der Zielgeraden dieses Etappenzieles.

Im Landkreis Osnabrück gibt es seit etwa 15 Jahren das ehrgeizige Ziel, den Strombedarf des Landkreises bis 2030 zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energien zu decken. Wallenhorst für sich betrachtet hinkt diesem Ziel dramatisch hinterher. Zum Erreichen des Zieles bräuchten wir mehr PV-Anlagen und 8 Windkraft-Anlagen auf Gemeindegebiet. Drei Anlagen sind vorhanden, für drei weitere gab es Flächenvorschläge vom Landkreis. Um dennoch das Landkreisziel zu erreichen, könnte man mehr auf Biogas setzen. Neue Biogas-Anlagen wie z.b. die am Bohmter Kanalhafen benötigen neben Gülle und anderen Tierhaltungsabfällen nur noch 25% Mais in der Bio-Masse. Dort wird das Biogas so aufbereitet, dass es in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist wird. Man kann damit klimaneutral heizen und Strom erzeugen. Die CDU Wallenhorst wird sich auch in Zukunft für die Energiewende und mehr erneuerbare Energien in Wallenhorst einsetzen.

Holger Pellmann

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