Verkehrslärm in Wallenhorst – sind Temposenkungen sinnvoll?

Lärm macht krank. Sowohl physisch als auch psychisch.Das ist längst bewiesen. Die Lärmquelle Nr. 1 ist in Wallenhorst der Straßenverkehr. Die CDU Wallenhorst kämpft seit langem für Lärmschutz und Lärmvermeidung.

Neben dem Lärm von der A1 und der B68, die auch im Aktionsplan Lärm kartiert sind, haben wir im Ort noch weitere belastebde Straßen. Da wäre zum einem die L109. Neben der Ortsdurchfahrt Hollage ist in Rulle besonders der Abschnitt zwischen Unländer Damm und Stadtweg aufgrund der nahen Wohnbebauung eine Problemzone. Für die L109 ist der Landkreis zuständig, der keine Lärmschutzmaßnahmen finanzieren will, weil man langfristig von einer Entlastung durch die A33 Nord ausgeht. Die CDU fordert hier als temporäre und preiswerte Sofortmaßnahme eine Ausweitung der bereits bestehenden Tempo 50 Zone bis zur Kreuzung mit dem Unländer Damm. Dies reduziert den Verkehrslärm für die Bewohner im Pferdebruch um 2 bis 3dB. Das ist nicht viel, aber dennoch eine spürbare Entlastung.

Im Ortszentrum in Wallenhorst haben wir die besonders laute Große Straße. Der Abschnitt zwischen Kirche und Tankstelle hat ein Seitenpflaster und an zwei Kreuzungen eine durchgehende Bepflasterung. Schaut man sich das Pflaster der Großen Straße an und schaut dann z.B. in das „Merkblatt für Lärmarme Pflasterdecken“ der Forschungsanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, dann erkennt man schnell, dass hier man hier eine auf maximale Lautstärke optimierte Verlegung des Pflasters vorfindet. Die Fugen zwischen des Steinen sind mit ca 10mm recht breit. Die Steinbreite ist unter 16cm und die Fugen verlaufen nicht diagonal zur Fahrrichtung, sondern exakt senkrecht.

Ich habe es in einer stichprobenartigen Messung nachgeprüft. Bereits ein normaler großer PKW (SUV) erzeugt beim Überfahren der Steine in 1m Entfernung eine Lautstärke von etwa 82dB. Als akzeptabel gilt ein dauerhafter Wert von 65 bis maximal 70dB. Die Lösung des Problems ist ein Rückbau des Pflasters. Das ist natürlich mit einen hohen Kostenaufwand verbunden. Angesichts der knappen Finanzmittel wird man das Pflaster erst zurückbauen, wenn es stark beschädigt ist. In der Zwischenzeit könnte hier eine Reduzierung des Tempos von 30 auf 20km/h eine Lösung sein. Die zu erwartende Lärmreduktion liegt zwischen 3,5 und 4,5dB. Das wäre eine deutlich hörbare Entlastung. Allerdings erfüllt die Große Straße die rechtlichen Anforderungen an eine Tempo 20 Zone sehr wahrscheinlich nicht.

Eine weitere „Lärmstraße“ ist der Boerskamp. Trotz Tempo 30 ist es hier laut und das hat zwei Gründe. Die Straße verläuft teilweise parallel zur B68 in einer Entfernung von ca 220 Metern. Von der B68 kommt laut Kartierung aus dem „Lärmaktionsplan 2024“ tagsüber ein Emissionseintrag von 60 bis 64dB als „Grundrauschen“. Das ist schon an der Grenze des Zumutbarem. Dazu kommt noch der Verkehrslärm durch die hohe Verkehrsdichte auf dem Boerskamp selbst. Im Gegensatz zur Großen Straße halten sich hier nicht alle Verkehrsteilnehmer an das Tempolimit von 30km/h. Eine weitere Temporeduktion ist hier keine Option. Eher eine Überwachung oder die Aufstellung von Geschwindigkeitsanzeigetafeln, die ja doch meist eine Wirkung zeigen. Auch an dieser Straße werde ich in den kommenden Tagen noch eigene Messungen über längere Zeiträume vornehmen.

Holger Pellmann

stellv. Fraktionsvorsitzender

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